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SPD-Kreistagsfraktion: Entscheidung zur Umstrukturierung des Heidekreis-Klinikums nicht hinter verschlossenen Türen

27. August 2010 0 Kommentare

„Die Entscheidung zur Umstrukturierung des Heidekreis-Klinikums wird nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden“, stellte Dieter Möhrmann als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion klar. „Die SPD wird vor der Ende Januar stattfindenden Kreistagssitzung den Vorschlag öffentlich diskutieren. Aber bis zur Vorlage des von der eingesetzten Projektgruppe erarbeiteten Vorschlages wird Funkstelle herrschen.“

Die Projektgruppe soll in Ruhe arbeiten können. „Eine Diskussion möglicher Zwischenergebnisse würde die Arbeit der Projektgruppe behindern und nicht zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion beitragen.“

Hier will die SPD aber keinen „schwarzen Peter“ verteilen: „Wenn man mit dem Thema gesetzlicher Vorgaben für Krankenhäuser, die sich ständig zu Ungunsten kleinerer Einrichtungen ändern, und vor allen Dingen der finanziellen Erstattung der Kostenträger für erbrachte Leistungen nichts zu tun hat, kann sich schnell ein emotional geprägtes Bild entwickeln, das in der kurzen Formulierung mündet: Wir wollen unser Krankenhaus erhalten.“ Hierfür habe die SPD Verständnis, wünsche sich jetzt aber mehr Besonnenheit in der öffentlichen Diskussion: „Mit einer solch emotional geführten Diskussion wird genau das Gegenteil dessen erreicht, was bezweckt ist; es schadet nämlich dem öffentlichen Ansehen und der Akzeptanz des Heidekreis-Klinikums. Und wenn daraufhin weniger Patienten das Krankenhaus für ihre Behandlung wählen, kann dies nicht gewollt sein.“

Denn es solle ja genau das Gegenteil mit einer Umstrukturierung erreicht werden: eine höhere Wirtschaftlichkeit. „Der Landkreis als Gesellschafter ist finanziell nicht in der Lage, über die jetzt schon zu leistenden Zahlungen für Tilgung und Zinsen für die Sanierung der beiden Krankenhäuser hinaus, weitere finanzielle Leistungen zu erbringen und Defizite auszugleichen und. Deswegen ist das Krankenhaus gezwungen, wirtschaftlich zu arbeiten.“ Nach der Vorlage der von der Projektgruppe erarbeiteten Ergebnisse, soll der Januar von der SPD dafür genutzt werden, um sich mit dem Konzept zu beschäftigen. „Das machen wir aber nicht alleine. Wir werden erneut mit Kommunalpolitikern beraten und auch aus der Öffentlichkeit sowie von Ärzte- und Patientenvertretungen Beurteilungen, Ratschläge und Meinungen einholen, bevor wir zu einem Beschluss im Kreistag kommen. Natürlich werden wir auch wieder das Gespräch mit dem Betriebsrat, der Pflegedienstleitung und den ärztlichen Direktoren suchen. Eine Entscheidungsfindung hinter verschlossenen Türen wird es mit der SPD nicht geben.“ Dies habe sie schon gezeigt, als sie darauf gedrungen habe, den Kreistag in seiner Gesamtheit über das neue Planungsmodell B zu informieren. Und an dem jetzt im Aufsichtsrat getroffenen Beschluss, auf breiterer Basis Möglichkeiten zu erarbeiten, habe die SPD wesentlich mitgewirkt.

„Wichtig war uns in der Erarbeitung des jetzt gefassten Beschlusses, dass vorliegende Anregungen und Bedenken von der eingesetzten Projektgruppe systematisch geprüft und bewertet werden“, erläuterte Möhrmann. „Dies soll auf Basis der Ergebnisse der Kosten- und Leistungsrechnung der letzten Jahre geschehen. Im Fokus muss aber auch die Machbarkeit stehen, d.h. die Realisierung im medizinischen, personellen und investiven Bereich.“ Als Vorgabe wird von der SPD mit getragen, dass es künftig aufgrund der geringen Zahl der im Klinikum stationär behandelten Kinder nur an einem Standort des Heidekreis-Klinikums eine Kinderabteilung geben werde. „Heute wird im Kinderbereich mehr ambulant gearbeitet als früher, was ja auch zum Vorteil der Kinder und Eltern ist.“ Geprüft werden soll, unter welchen Bedingungen ein Vorhalten der Geburtshilfe an beiden Standorten ermöglicht werden kann. Die vollstationäre Psychiatrie soll am Standort Walsrode verbleiben. „Ansonsten ist alles offen und wird neu bewertet werden.“ Der eingesetzten Projektgruppe gehören Betriebwirte und Mediziner der Beratungsgesellschaft BAB an, die Geschäftsführung und die beiden ärztlichen Direktoren, die Pflegedienstleitung sowie Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen des Heidekreis-Klinikums.



 

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